Lodenjacke für Herren: Worauf es bei Jagd- und Trachtenjacken aus Loden ankommt

Titelbild: KI-generiert

Eine Lodenjacke für Herren ist eines der vielseitigsten Kleidungsstücke im Kasten: Sie begleitet den Jäger auf den Ansitz, passt zur Lederhose beim Frühschoppen und macht auch beim Spaziergang an einem kühlen Novembertag eine gute Figur. Doch Lodenjacke ist nicht gleich Lodenjacke. Zwischen einer Jagdjacke mit Membran und Hasentasche und einem schlank geschnittenen Trachtenjanker liegen Welten. In diesem Beitrag erfahren Sie, was Loden ausmacht, welche Jackenformen es gibt, worauf Sie bei Ausstattung und Passform achten sollten und wie Sie Ihre Jacke richtig pflegen. Und wenn Sie lieber gleich anprobieren möchten: Im Mostviertler Trachtenhaus von Preßl in St. Georgen am Ybbsfelde beraten wir Sie gern persönlich.

Was Loden ist und warum er sich für Jacken so gut eignet

Loden ist ein Wollstoff, der nach dem Weben gewalkt wird. Beim Walken wird das Gewebe mit Wasser, Wärme und Bewegung bearbeitet. Die Wollfasern verfilzen dabei miteinander, und der Stoff zieht sich deutlich zusammen. Am Ende steht ein dichtes, kompaktes Material, das mit dem lockeren Ausgangsgewebe nicht mehr viel gemeinsam hat. Genau diese Dichte macht Loden für Jacken so interessant.

Ein gut gewalkter Loden hält Wind ab, und ein kurzer Regenschauer perlt in der Regel an der Oberfläche ab. Die Wolle kann außerdem Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich sofort nass anzufühlen. Dazu kommt eine Eigenschaft, die vor allem Jäger schätzen: Loden ist leise. Er raschelt nicht, wenn Sie sich bewegen, weder beim Hochnehmen des Fernglases am Hochstand noch beim Pirschen durchs Unterholz.

Moderne Lodenjacken bestehen meist nicht aus reiner Wolle. Ein Anteil Polyamid macht den Stoff widerstandsfähiger gegen Abrieb, Elasthan sorgt für Bewegungsfreiheit. Bei der Lodenjacke „Füssen“ besteht das Obermaterial zum Beispiel zu zwei Dritteln aus Schurwolle, ergänzt um Polyamid, etwas Alpaka und einen kleinen Stretchanteil. Ein Blick auf das Etikett lohnt sich also, denn die Zusammensetzung verrät viel darüber, wie sich eine Jacke trägt.

Lodenjacke für Herren: Jagdjacke, Blouson oder Trachtenjanker?

Wenn Männer nach einer Lodenjacke suchen, meinen sie oft ganz unterschiedliche Dinge. Grob lassen sich drei Formen unterscheiden:

  • Die Jagdjacke: meist hüft- bis oberschenkellang, mit vielen Taschen, Kapuze und häufig einer Membran unter dem Loden. Sie ist für lange Stunden im Revier gemacht.
  • Der Loden-Blouson: kürzer und sportlicher geschnitten, mit Bündchen an den Ärmeln. Er eignet sich für die Übergangszeit, für die Jagd ebenso wie für den Alltag.
  • Der Trachtenjanker: körpernah geschnitten, mit Stehkragen oder Reverskragen, Hirschhornknöpfen oder Zierbesatz. Er gehört zur Tracht und wird zur Lederhose oder als Teil eines Trachtenanzugs getragen.

Für die Jagd und die Freizeit im Freien finden Sie bei Preßl eine große Auswahl im Bereich Jagd- und Freizeitmode. Trachtenjanker aus Loden probieren Sie am besten bei uns im Geschäft an, denn bei der Tracht entscheidet der Sitz. Einen Überblick über unser Angebot finden Sie auf der Seite Trachten.

Worauf es bei einer Lodenjacke für die Jagd ankommt

Eine Jagdjacke muss vieles gleichzeitig können: leise sein, warm halten, vor Wind und Nässe schützen und trotzdem genug Bewegungsfreiheit für den Anschlag lassen. Achten Sie beim Kauf vor allem auf diese Punkte:

  • Reißverschluss: Ein verdeckter Zwei-Wege-Reißverschluss lässt sich auch von unten öffnen, wenn Sie sitzen, und ist durch eine Leiste oder einen Windfang vor Zugluft geschützt.
  • Taschen: Brust- und Einschubtaschen mit Reißverschluss, eine Innentasche für Handy und Jagdkarte sowie eine Hasentasche im Rücken für alles, was die Hände frei lassen soll.
  • Kapuze: verstellbar und am besten mit kleinem Schirm, damit Regen nicht ins Gesicht tropft. Eine abnehmbare Kapuze ist praktisch, wenn Sie die Jacke auch im Alltag tragen.
  • Bündchen und Saum: Elastische oder knöpfbare Ärmelbündchen und ein verstellbarer Saum halten den Wind draußen.
  • Membran: Eine Membran unter dem Loden erhöht den Wetterschutz bei längerem Regen. Ohne Membran ist die Jacke meist etwas leichter und lässt Körperwärme freier entweichen.

Wie das in der Praxis aussieht, zeigt die Hubertus Lodenjacke „FOREST“: Sie hat eine Membran, eine größenverstellbare und abnehmbare Kapuze mit Fleecefutter, eine beidseitig zugängliche Hasentasche, eine eigene Jagdscheintasche und einen Taillenzug. Die kürzere Lodenjacke „Füssen“ ist dagegen mit Stretchanteil, Hasentasche, Kapuze und hohem Kragen eine bequeme Begleiterin für die Übergangszeit. Beide Modelle finden Sie im Preßl-Onlineshop.

Loden oder Funktionsjacke: Was passt zu Ihnen?

Viele Jäger haben heute beides im Kasten: eine Jacke aus Loden und eine aus synthetischem Funktionsmaterial. Beide haben ihre Berechtigung. Reine Funktionsjacken sind oft leichter und halten auch Dauerregen ab, manche Materialien geben aber bei jeder Bewegung ein Geräusch von sich. Loden ist schwerer, dafür leise, angenehm im Griff und an kalten, trockenen Tagen besonders behaglich.

Für den Ansitz an einem frostigen Morgen, für die Pirsch und für Bewegungsjagden, bei denen Sie lange am Stand stehen, ist Loden eine bewährte Wahl. Wer tagelang bei Regen unterwegs ist, greift gern zu einer Jacke mit Membran oder eben zu einer Lodenjacke, die beides verbindet. Im Geschäft zeigen wir Ihnen den Unterschied gern direkt am Stoff, denn den spürt man am besten mit der Hand.

Die richtige Größe und Passform

Bei einer Lodenjacke für Herren sollten Sie an die Schichten denken, die Sie darunter tragen. Wer im Winter einen dicken Pullover oder eine Fleecejacke darunter anzieht, braucht mehr Weite an Brust und Schultern als für ein Hemd. Probieren Sie die Jacke deshalb am besten mit der Kleidung an, die Sie auch im Revier tragen. Beim Anprobieren helfen drei einfache Proben:

  • Heben Sie die Arme wie beim Anschlag. Die Ärmel dürfen dabei nicht zu weit zurückrutschen, und die Jacke darf sich im Rücken nicht hochziehen.
  • Setzen Sie sich hin. Im Sitzen sollte die Jacke am Bauch nicht spannen. Ein Zwei-Wege-Reißverschluss hilft hier spürbar.
  • Achten Sie auf die Länge. Eine Jacke, die über das Gesäß reicht, schützt auf dem kalten Sitzbrett am Hochstand besser als ein kurzer Blouson.

Bei Trachtenjankern gilt eine andere Regel: Sie sitzen körpernah und werden meist nur über Hemd und Gilet getragen. Kleine Anpassungen, etwa an der Ärmellänge, übernimmt bei Preßl unsere Änderungsschneiderei, damit der Janker so sitzt, wie er sitzen soll.

Die Lodenjacke zur Tracht kombinieren

Abseits des Reviers ist die Lodenjacke ein Klassiker der Herrentracht. Ein Janker aus Loden passt zur kurzen Lederhose oder zur Kniebundhose ebenso wie zur Trachtenhose aus Stoff. Darunter tragen Sie ein Trachtenhemd, an kühlen Tagen zusätzlich ein Gilet. Für festliche Anlässe wird aus Janker und passender Hose der Trachtenanzug, der auch bei einer Hochzeit eine gute Figur macht.

Typisch sind gedeckte Töne wie Grau, Oliv, Braun oder Anthrazit. Hirschhornknöpfe, Paspeln in einer Kontrastfarbe oder ein Stehkragen geben dem Janker seinen trachtigen Charakter. Wer es dezenter mag, wählt einen schlichten Schnitt, der auch zu Jeans und Hemd passt. So wird die Lodenjacke zum Begleiter für den Wirtshausbesuch am Sonntag genauso wie für den Kirtag im Ort.

Lodenjacke oder Lodenweste?

Wer schon eine Lodenweste besitzt, fragt sich oft, ob es zusätzlich eine Jacke braucht. Die Weste hält den Oberkörper warm und lässt den Armen volle Bewegungsfreiheit. An milden Herbsttagen reicht sie oft allein. Wird es kälter, windiger oder nass, schützt eine Jacke zusätzlich Arme, Nacken und Kopf. Viele Jäger kombinieren deshalb beides: die Weste als wärmende Schicht darunter, die Lodenjacke darüber. Was eine gute Weste ausmacht, lesen Sie in unserem Beitrag Lodenweste für Herren.

Lodenjacke richtig pflegen

Loden braucht weniger Pflege, als viele denken. In den meisten Fällen genügt es, die Jacke nach dem Tragen gut auszulüften, am besten über Nacht im Freien oder bei offenem Fenster. Wolle nimmt Gerüche auf und gibt sie an der frischen Luft wieder ab. Schmutz lassen Sie zuerst trocknen und bürsten ihn dann mit einer Kleiderbürste aus.

Ist die Jacke nass geworden, hängen Sie sie auf einem breiten Bügel bei Zimmertemperatur auf, nicht direkt an die Heizung oder neben den Ofen. Zu viel Hitze kann den Loden hart machen. Waschen sollten Sie eine Lodenjacke nur, wenn es wirklich nötig ist, und dann genau nach dem Pflegeetikett. Bei Jacken mit Membran ist die Pflegeanleitung des Herstellers besonders wichtig. Im Zweifel bringen Sie die Jacke in eine Textilreinigung, die mit Wolle Erfahrung hat.

Für die Aufbewahrung über den Sommer gilt: sauber, trocken und luftig. Hängen Sie die Jacke nicht in eine luftdichte Plastikhülle, sondern in einen Kleidersack aus Stoff, und legen Sie ein Stück Zedernholz oder ein Lavendelsäckchen gegen Motten dazu.

Häufige Fragen zur Lodenjacke für Herren

Ist eine Lodenjacke wasserdicht?

Loden ist wasserabweisend, aber nicht wasserdicht. Ein Schauer perlt in der Regel ab, bei anhaltendem Regen dringt Feuchtigkeit mit der Zeit durch. Wer oft bei nassem Wetter unterwegs ist, wählt eine Lodenjacke mit Membran.

Ist eine Lodenjacke im Winter warm genug?

Das hängt vom Futter und von dem ab, was Sie darunter tragen. Loden wärmt auch dann noch, wenn er etwas Feuchtigkeit aufgenommen hat. Für den Winteransitz empfiehlt sich eine gefütterte Jacke oder eine warme Schicht darunter, etwa eine Lodenweste oder ein Fleece.

Kratzt Loden auf der Haut?

Viele Loden sind heute deutlich weicher als früher, vor allem mit Anteilen feiner Wolle oder Alpaka. Da eine Jacke über Hemd oder Pullover getragen wird und innen gefüttert ist, kommt der Stoff ohnehin kaum mit der Haut in Berührung.

Kann ich eine Jagd-Lodenjacke auch im Alltag tragen?

Ja. Gerade Blousons und Jacken in gedeckten Farben sind beim Spaziergang, auf dem Markt oder im Wirtshaus genauso passend wie im Revier. Eine abnehmbare Kapuze macht die Jacke noch vielseitiger.

Gibt es Lodenjacken auch online?

Ausgewählte Jagd- und Freizeitjacken aus Loden finden Sie in unserem Onlineshop. Trachtenjanker und Trachtenanzüge führen wir im Geschäft, wo Sie in Ruhe anprobieren und sich beraten lassen können.

Fazit: die passende Lodenjacke für Herren finden

Eine Lodenjacke verbindet, was Männer an Kleidung für draußen schätzen: Sie ist leise, hält Wind ab, wärmt angenehm und sieht dabei gut aus. Für die Jagd zählen Taschen, Kapuze, Reißverschluss und Bewegungsfreiheit, für die Tracht der Schnitt und der Sitz. Entscheidend ist in beiden Fällen die Passform, und die zeigt sich erst beim Anprobieren mit der Kleidung, die Sie darunter tragen. Im Mostviertler Trachtenhaus der Preßl GmbH in der Gewerbestraße 18, 3304 St. Georgen am Ybbsfelde, nehmen wir uns gern Zeit für Sie. Rufen Sie uns an unter +43 7472 25902 oder schreiben Sie an office@pressl.cc.